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Liebe auf den zweiten Blick: Fürstenwerder

Von Markus Schweiss – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1267740

Als unbedarfter Städter ist man zunächst einmal von der weiten Landschaft, den Seen und Wäldern beeindruckt. Wer in die Orte hineinfährt, sieht auf den ersten Blick noch viel DDR-Grau. Doch in der Uckermark lohnt der zweite Blick in die zweite Reihe und Hinterhöfe.

Fürstenwerder ist so ein Ort. Zum einen diente er im Roman Vor dem Fest von Saša Stanišić dem fiktiven Ort Fürstenfelde als Vorlage. Zum anderen ist er auf mehrfache Weise erstaunlich. Die imposante Stadtmauer erinnert an die Zeit, als der Ort noch Stadtrechte besaß. Heute ist der Autoreisende mit Transitblick die Hauptstraße zwischen den Stadttoren so schnell durchgefahren, dass er das Wesentliche bereits verpasst hat.

Ein Ort mit 800 Einwohnern, einer eigenen Schlachterei und Bäckerei ist in einer strukturschwachen Region allein schon bemerkenswert. Vollends verwundert reibt sich der mit leichten Vorurteilen behaftete Städter die Augen, wenn er Fürstenwerder zu Fuß durchmisst. Mehrere Kunstgalerien, eine Töpferei und sogar eine Buchhandlung erinnern mehr an eine Kleinstadt als an ein Dorf. Wer in den Galerien jedoch leicht verdauliche Gebrauchskunst oder Andenkenkitsch vermutet, wird abermals positiv enttäuscht. Bereits ein Blick auf die Websites gibt einen guten Einblick.

Sicher, hier gehen die Uhren noch etwas anders. Großstädtische Öffnungszeiten von 8 – 24 Uhr gibt es natürlich nicht. (Warum auch?) Mittwoch Nachmittag haben Bäcker und Schlachter zu und auch der Buchladen oder die Galerien haben eingeschränkte Öffnungszeiten.

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